Vögeln

Vögeln ist ein mehr und mehr anerkannter Begriff der Hochsprache für „den Geschlechtsverkehr zu praktizieren“, meist im Zusammenhang mit ekstatischer Lust. Ältere Lexika hatten ihn noch als „extrem vulgär“ bezeichnet. Der Begriff ist allerdings einer der ältesten Umschreibungen für den Geschlechtsverkehr überhaupt - er stammt tatsächlich aus dem Mittelalter.

Wortherkunft "vögeln"

Die genaue Herkunft des Wortes „vögeln“ ist unbekannt – sich ist nur, dass es dem Mittelhochdeutschen entspringt. (Vergleiche - „vögelen“). Ein Teil der Autoren führt den Begriff auf reisende Troubadoure zurück. Deren weibliche Geliebte setzten die Vogelkäfige als Zeichen für ihre Liebhaber ins Freie, dass der Gatte aushäusig war und damit „die Luft rein“. Andere Erklärungen basieren auf der Beobachtung der Vögel, die heftig und öffentlich miteinander Koitieren. Möglich aber auch, dass es dem „Vegeln“ entspricht, also der Fegebewegung eines Besens, auch in der Bedeutung von „reiben“.

„Vögeln“ geht gegenwärtig immer mehr in die Hochsprache ein, konkurriert dabei aber mit „Sex haben“, einem im Grunde sprachlich nicht angemessenem Begriff aus dem Englischen. Korrekt wäre, jeder Handlung, die Lust erzeugt, einen eigenen Namen zu geben und einen Vorgang, der im vaginalen Koitus endet, als „vögeln“ zu bezeichnen.

Weitere historische Begriffe für den Koitus und Bedeutungen

Sex haben. Geschlechtsverkehr haben, aus dem Englischen „to have sex“ Die Wortbedeutung ist unklar, weil den meiste Menschen nicht klar ist, was „Geschlechtsverkehr“ bedeutet.

Liebe machen. Aus dem Englischen „to Make Love“, sinngemäß etwa „Liebe erzeugen“, von Berührungen bis zum Koitus.

Es tun. Sehr alte, umschreibende Formulierung, heute noch als „es treiben“ im Gebrauch.

Ins Bett gehen. Umschreibung für alle sexuellen Aktivitäten, namentlich für den Koitus.

Ficken. Wahrscheinlich fast ebenso alt wie „vögeln“, möglicherweise aus dem gleichen Wortstamm – sicher ist es nicht.

Liebe, Minne – Beide Begriffe wurden- je nach Zeitgeist - mal für die „edle Liebe“, mal für den Geschlechtsverkehr benutzt. Im Jargon heißt „Minnedienst“ eher „der Geliebten zur Verfügung stehen“ als „die Geliebte zu verehren.“ Die „Minne“ und der „Minnedinest“ wurden in Deutschland des 19. Jahrhunderts verklärt. Sie konnte angeblich niemals wirklich errungen werden, weil die Frauen der höheren Stände zu edelmütig waren, um sich geschlechtlich hinzugeben. „Sie lieben sich“ ist anders als „sie lieben einander“ jahrzehntelang ein Ausdruck für „sie vollziehen den Koitus“ gewesen. Sexuelle Handlungen wurden auch als „heiße Liebe“, oder als „Vollzug der Liebe“ bezeichnet.

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