Die historische Entwicklung der Partnervermittlung

Vom Anzeigenbüro über das Heiratsbüro und den Ehemakler bis zur Ehe- Heirats- oder Partnervermittlung führt ein weiter Weg. Partnersuchende lassen sich – wie kaum eine andere Gruppe von Klienten - von Sehnsüchten, Wunschvorstellungen und Illusionen leiten. Es verwundert kaum, wenn diese Trugbilder von vielen Instituten reichlich genährt werden, zumal es den „ehrlichen Maklerinnen“ unter den Vermittlern oft schwerfällt, ihre Klienten auf den Boden der Realitäten zu bringen.

Vorübergehend eine staatliche Ehevermittlung

Die Branche der Partnervermittler stand und steht leider immer wieder im Zwielicht. Das führte nach dem Zweiten Weltkrieg sogar dazu, dass die einzig bekannte deutsche staatliche Partnervermittlung gegründet wurde, die „Nationalstiftung Magdeburger Ehevermittlung“. Sie musste allerdings nach 126 gestifteten Ehen ihre Pforten schließen.

Der Boom der Partnervermittler nach dem Zweiten Weltkrieg

Den wahren Boom erlebten die Partnerinstitute allerdings in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Man sollte sich vergegenwärtigen, dass eine Frau gegen 1955 noch nicht wagen konnte, alleine auszugehen, dass alleinstehende Frauen gesellschaftlich „nichts galten“ und man mit über 30 schon als „hoffnungslose alte Jungfer“ angesehen wurde. Nimmt man nun noch den Männermangel jener Jahre hinzu, so war der Boom der Institute vorprogrammiert.

Menschen kann man nicht herbeizaubern

Leider war die Sache oft „nicht ganz koscher“, denn die Institute konnten den fehlenden Bedarf ja nicht „herbeizaubern“. Also saß man diese Mängel aus, wenn man ein halbwegs seriöses Institut betrieb, und das bedeutete: Eine kleine Anzahl von Klientinnen und Klienten (die Begehrten) bekamen mehr Angebote, als ihnen lieb sein konnte, und eine große Anzahl (die wenig oder gar nicht nachgefragten) gingen so gut wie leer aus.

Manchmal ermittelte gar der Staatsanwalt

Wo ein offenkundiger Betrug vorlag, ermittelte auch schon mal die Staatsanwaltschaft. (Zitat)

Bereits 1982 ermittelte die Staatsanwaltschaft in acht Fällen wegen Betrugsverdachts, 1983 waren es bereits 20 Fälle. Es hätten Hunderte von Fällen sein können, wenn nur alle Anzeige erstattet hätten, aber viele Partnersuchende schämten sich, Kundin oder Kunde bei einem Ehevermittler zu sein und haben ihre Verluste von 3000 DEM und mehr als „Lehrgeld“. Damals (gegen 1985) zählte man gegen 300 Institute, die insgesamt einen Umsatz von 270 Millionen DEM erzielten. (1)

Der Niedergang einer Branche: Partnervermittler

Der Niedergang der meisten Ehe- und Partnervermittler gegen die 1990er Jahre ist in erster Linie darauf zurückzuführen, dass die Partnersuchenden kritischer gegenüber den Angeboten der Vermittler wurden. Insbesondere empörte die Unsitte, nicht persönlich mit den Kunden zu verhandeln, sondern stattdessen völlig inkompetente Handelsvertreter zu den Kunden zu schicken. Auch die Lockvogelanzeigen in Zeitungen mit abenteuerlich gedichteten Texten und getürkten Bildern gehören zu den unliebsamen Hinterlassenschaften jener Tage. Kurz und gut: Der Niedergang der Partnervermittler war „hausgemacht“. Wer heute noch in der Branche tätig ist, kümmert sich in der Regel höchstpersönlich um die Kunden, und genau dieser Service ist es auch, den man von einem seriösen Institut erwarten darf.

Online-Partnervermittler sind gar keine Vermittler

Die heutigen Online-Partnervermittler sind im Grunde keine Partnervermittler, weil sie lediglich bestimmte Eigenschaften der Suchenden mit Hilfe einer Datenbank abgleichen. Sie betreiben im eigentlichen Sinne also keine „Maklertätigkeit“ zwischen den Partnersuchenden.

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