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partnersuche [2011/01/17 20:04]
sehpferd [Liebesehen und die Entwicklung der Partnersuche im 20. Jahrhundert]
partnersuche [2020/02/27 11:20] (aktuell)
sehpferd [Kurz gefasst - die Definition im Lexikon zur Partnersuche]
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-===== Kurz gefasst - die Definition im Lexikon zur Parntersuche ​=====+===== Kurz gefasst - die Definition im Lexikon zur Partnersuche ​===== 
 +[[partnersuche_-_suchst_du_einen_partner|{{:​richtungsweiser.png?​nolink}}]]  
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 +Mit **Partnersuche** ist in diesem Lexikon die Suche nach einem Liebes- oder Lebenspartner gemeint. In diesem Abschnitt wird ausschließlich auf heterosexuelle Kontakte eingegangen. ​ Da immer mehr Personen auch Kontakte aus anderen GrĂŒnden suchen (Gleichgeschlechtlich, ​ Dreier, S/M, Swinger) erweitern wir diesen Bereich demnĂ€chst. Wegen des allgemein steigenden Interesses an [[Soft-SM]] werden nun auch Praktiken erwĂ€hnt, die wir zuvor nicht beschrieben haben. ​
  
  
-Mit Partnersuche ist in diesem Lexikon die Suche nach einem Liebes- oder Lebenspartner gemeint. In diesem Abschnitt wird ausschließlich auf heterosexuelle Kontakte eingegangen.  ​ 
  
 ===== AusfĂŒhrlich - die Partnersuche im Wandel ===== ===== AusfĂŒhrlich - die Partnersuche im Wandel =====
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 Die Partnersuche beim Menschen ist ein Prozess, der im Rahmen seiner lebendigen Kultur stattfindet und deshalb oftmals ritualisiert wird. Sie entspringt dem Naturtrieb, sexuelle aktiv zu sein und zumeist auch dem Wunsch, eine eigene Gruppe (Familie) zu begrĂŒnden und zum Erfolg zu fĂŒhren. ​ Die Partnersuche beim Menschen ist ein Prozess, der im Rahmen seiner lebendigen Kultur stattfindet und deshalb oftmals ritualisiert wird. Sie entspringt dem Naturtrieb, sexuelle aktiv zu sein und zumeist auch dem Wunsch, eine eigene Gruppe (Familie) zu begrĂŒnden und zum Erfolg zu fĂŒhren. ​
  
-Im Laufe der Geschichte sind auch in der abendlĂ€ndischen Kultur zahlreiche VerĂ€nderungen bei der Partnerwahl eingetreten – eine „freie“ Partnerwahl ĂŒber Standesgrenzen hinaus, wie wir sie in Deutschland heute kennen, existiert (2011) erst seit weniger als hundert Jahren. Zuvor wurde versucht, die heiratsfĂ€higen Töchter auf vielerlei Weise „standesgemĂ€ĂŸâ€œ an den Mann zu bringen, zum Beispiel durch das Ausloben einer Mitgift.  ​+Im Laufe der Geschichte sind auch in der abendlĂ€ndischen Kultur zahlreiche VerĂ€nderungen bei der Partnerwahl eingetreten – eine „freie“ Partnerwahl ĂŒber Standesgrenzen hinaus, wie wir sie in Deutschland heute kennen, existiert (2011) erst seit weniger als hundert Jahren. Zuvor wurde versucht, die heiratsfĂ€higen Töchter auf vielerlei Weise „standesgemĂ€ĂŸâ€œ an den Mann zu bringen, zum Beispiel durch das Ausloben einer [[Mitgift]].  ​
  
 Dabei treten durchaus Diskrepanzen in der historischen Sichtweise auf: WĂ€hrend das BĂŒrgertum wollte, dass dem zukĂŒnftigen Ehemann die Tochter nicht "zur Last fiel" (deswegen die Mitgift), suchte das LademĂ€dchen der gleichen Zeit einen Angestellten "im Kontor",​ der sie "​ernĂ€hren konnte"​. Seit der Inflation nach dem ersten Weltkrieg verlor die Mitgift ganz an AttraktivitĂ€t,​ an ihre Stelle trat die Aussteuer. Nach  dem   ​Zweiten Weltkriege war es ĂŒblich geworden, dass der Beruf der Ehefrau die Mitgift ersetzte, und ab den 1970er Jahren wurde erwartet, dass Mann und Frau gemeinsam den Familienunterhalt bestreiten. All diese UmstĂ€nde beeinflussten auch die Partnerwahl.  ​ Dabei treten durchaus Diskrepanzen in der historischen Sichtweise auf: WĂ€hrend das BĂŒrgertum wollte, dass dem zukĂŒnftigen Ehemann die Tochter nicht "zur Last fiel" (deswegen die Mitgift), suchte das LademĂ€dchen der gleichen Zeit einen Angestellten "im Kontor",​ der sie "​ernĂ€hren konnte"​. Seit der Inflation nach dem ersten Weltkrieg verlor die Mitgift ganz an AttraktivitĂ€t,​ an ihre Stelle trat die Aussteuer. Nach  dem   ​Zweiten Weltkriege war es ĂŒblich geworden, dass der Beruf der Ehefrau die Mitgift ersetzte, und ab den 1970er Jahren wurde erwartet, dass Mann und Frau gemeinsam den Familienunterhalt bestreiten. All diese UmstĂ€nde beeinflussten auch die Partnerwahl.  ​
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 Erst seit relativ viele Frauen ausgezeichnete Ausbildungen vorweisen können und entsprechend hohe Einkommen erzielen, ist die Gleichheit gegeben und damit auch die EigenstĂ€ndigkeit bei der Partnerwahl. Seither steht nicht mehr der ErnĂ€hrer im Vordergrund bei der Partnersuche der Frauen, sondern ein Mann, mit dem man sich eine gemeinsame Zukunft auf sozialer, emotionale, intellektueller und körperlicher Basis  vorstellen kann. Allerdings wird in den letzten Jahren immer spĂ€ter geheiratet, was auch wieder Auswirkungen auf die Chancen und Risiken der Partnerwahl hat.  Erst seit relativ viele Frauen ausgezeichnete Ausbildungen vorweisen können und entsprechend hohe Einkommen erzielen, ist die Gleichheit gegeben und damit auch die EigenstĂ€ndigkeit bei der Partnerwahl. Seither steht nicht mehr der ErnĂ€hrer im Vordergrund bei der Partnersuche der Frauen, sondern ein Mann, mit dem man sich eine gemeinsame Zukunft auf sozialer, emotionale, intellektueller und körperlicher Basis  vorstellen kann. Allerdings wird in den letzten Jahren immer spĂ€ter geheiratet, was auch wieder Auswirkungen auf die Chancen und Risiken der Partnerwahl hat. 
  
-Dies heutigen Bedingungen,​ unter denen Partnerschaften ​ zwischen Frau und Mann geschlossen werden, beinhalten eine neue QualitĂ€t, erfordern aber auch grĂ¶ĂŸere Aufmerksamkeit fĂŒr die Belange beider Partner und ein gehöriges Maß an Kompromissbereitschaft.+Dies heutigen Bedingungen,​ unter denen Partnerschaften ​ zwischen Frau und Mann geschlossen werden, beinhalten eine neue QualitĂ€t, erfordern aber auch grĂ¶ĂŸere Aufmerksamkeit fĂŒr die Belange beider Partner und ein gehöriges Maß an Kompromissbereitschaft. ​Lesen Sie dazu auch eine höchst aktuelle Betrachtung zur "​[[Ökonomie]] der Liebe"​ 
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 +===== Die Gesellschaft ist auf die spĂ€te Partnersuche nicht vorbereitet ===== 
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 +Ein bekanntes KulturphĂ€nomen,​ insbesondere fĂŒr Deutschland, ​ ist die Tatsache, dass die Gesellschaftsordnung auf die spĂ€te Partnersuche in keiner Wiese eingestellt ist, was sowohl Auswirkungen auf die Sozial- wie auch auf die Familienpolitik hat, die dieser Entwicklung seit Jahren völlig hilflos gegenĂŒbersteht.  
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 +===== Online-Dating und Partneragenturen als LĂŒckenbĂŒĂŸer ===== 
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 +Die private Zeitungsanzeigen und die Partnervermittler haben die gegen Ende des 20. Jahrhunderts entstandene kulturelle LĂŒcke nur unvollkommen gefĂŒllt. Insbesondere die Branche der Partnervermittler befand sich tz dieser Zeit in einem selbstverschuldeten Fiasko der UnglaubwĂŒrdigkeit. Durch die schnelle Verbreitung des Internets und die zĂŒgige Vermarktung von Anzeigenseiten,​ sogenannten Singlebörsen und den im Jahr 2001 erstmals in Deutschland tĂ€tigen Online-Partnervermittlern wurde diese LĂŒcke vorlĂ€ufig geschlossen. Es sind aber Zweifel angebracht, ob solche Methoden langfristig gesellschaftlich wirklich wĂŒnschenswert sind, oder ob es nicht besser wĂ€re, wenn die Gesellschaftsordnung aus sich selbst heraus geeignetere Weg der Partnersuche entwickeln wĂŒrde. ​  Â 
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 +===== Synonyme, Vergleiche und weitere Informationen =====
  
 +  * Vergleiche: [[Partnerwahl]],​ [[Geschlechterdifferenzen]],​ [[Beziehungsrelevanz]]
 +  * Dokumentation:​ [[Partnersuche historisch]],​ [[Partnersuche durch Vermittler]], ​ [[Partnersuche durch Medien]]  ​

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