Minne "die Minne", "Frau Minne"

Kurz gefasst - die Definition der Minne im Lexikon

Die Minne ist die geschlechtliche Liebe in Abgrenzung zur „wahren Liebe“, die man im Mittelalter keiner Frau zutraute und die daher nur zwischen Männern möglich war.

Ausführlich - die Verwendung

Das Wort Minne hatte im Laufe seiner Geschichte unterschiedliche Bedeutungen: Im Ursprung stand es nach Angaben älterer Lexika für das „weihevolle Trinken“, bekam aber schon bald die Bedeutung „persönlicher und besonders geschlechtlicher Zuneigung“. In den Liebesgedichten des Mittelalters, insbesondere bei den Troubadouren (Minnesängern) wird die Liebe zu den Frauen stufenweise gesucht, bis die Damen von Adel schließlich dem Drängen der Minnesänger nachgaben (oft wohl nur allzu gerne) und ihnen die versprochene geschlechtliche Erfüllung zukommen ließen. Die Damen pflegten dann einen Vogelkäfig herauszustellen zum Zeichen, dass die „Luft rein“ war. Daher rührt der Begriff „Vögelen gehen“. Die „Keuschheit“ der Troubadoure dürfte in den Bereich der Mythen gehören, die dem Minnesang nachträglich zugeschrieben wurde.

Seit etwa 1500 wurde das Wort „Minne“ wegen seiner eindeutig sexuellen Bedeutung gemieden. Erst die Dichter des 18. Jahrhunderts führten das fast vergessene Wort wieder in die Sprache ein und veredelten es nachträglich, um die aus dem Mittelalter bekannte erotische Bedeutung zu übertünchen. So wurde dann auch den Schülern des 20. Jahrhunderts die „hohe Minne“ als Edelform der Liebe beigebracht – eine Sichtweise, die sich bis heute gehalten hat.

Synonyme, Redewendungen und verwandte Begriffe

* Liebe, Liebe im Wandel, Minnesänger, Minnesang, Troubadoure, Vögelen, Es tun.

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