Halbjungfrau, Halbjungfer

Die Halbjungfrau im Lexikon der Partnersuche

Eine Halbjungfrau ist eine Frau, die einerseits erotisch provoziert, andererseits aber keinerlei Ambitionen hat, den Geschlechtsverkehr auszuüben. Die Motive der Halbjungfrau bleiben oft im Unklaren: Teils ist es die Lust an der Provokation, die immer wieder zu sexuell aufreizenden Bemerkungen, Posen oder gar Handlungen führen, die solche Frauen motivieren. Auf der anderen Seite ist es die Scheu vor der „letzten Konsequenz“, die zur typischen Mädchenerziehung gehörten. Dazu mag auch die Angst vor Schwangerschaften gekommen sein. Die Schwierigkeiten, die der Halbjungfrau selbst aus ihrem Verhalten erwachsen, sind ihr selten völlig bewusst, und sie ahnt zumeist nicht, welche Konflikte sie in den Männern auslöst.

Wird das Verhalten über längere Zeit (beispielsweise bis ins mittlere Erwachsenenalter hinein) aufrecht erhalten, so kann es zu einer permanenten Gefährdung eines befriedigenden Sexuallebens und zu Schwierigkeiten bei der Partnerwahl führen.

Weitere HintergrĂĽnde

Die Halbjungfrau ist eine meist sehr junge Frau, die physisch „Jungfrau“ ist, sich aber so benimmt, dass Männer sie für sexuell verfügbar halten. Gemäß den „Usancen“ des ausgehenden 19. Jahrhunderts ließ sie sich von interessierten Herren durchaus einladen und nahm im Vorgriff auf mögliche Gunstbezeugungen auch gerne Geld- und Sachgeschenke an, verweigerte aber den vaginalen Geschlechtsverkehr.

Eine andere Erklärung für das Verhalten von „Halbjungfrauen“ ergibt sich aus der Angst der bürgerlichen und adligen jungen Frauen vor dem „Lendemain“. Dabei geht es um Lust und Leidenschaft, also nicht um den Austausch von Geld und Geldeswert gegen Gunstbezeugungen. Am „Morgen danach“ fürchtet vielen junge Frauen, einen zu hohen emotionalen oder sozialen Preis für die schöne Liebesnacht gezahlt zu haben. Deshalb gaben sie ihrem Liebhaber eine andere Form der Befriedigung, die ihnen den Namen „Halbjungfrauen“ einbrachte.

Dieses Verhalten war in vielen Ländern, auch in Deutschland, durchaus noch während der „Nachkriegszeit“, also in den 1950er und 1960er Jahre üblich.

Das Online-Lexikon Wikipedia behauptet, es habe etwas mit den Barrison-Sisters zu tun, einer naiv-ordinären Showtanzgruppe. Allgemein wird aber angenommen, dass dieses Wort durch den Autor Marcel Prévost geschaffen wurde. Das Wort an sich bezeichnet aber keine eindeutige Charaktereigenschaft, auch keine bewusst niederträchtige oder betrügerische Absicht der so bezeichneten Frau. Es sagt vielmehr aus, dass es sich um eine sehr freizügige Frau handelt, die sich naiv-erotisch verstellt oder so posiert, um sexuelle Aufmerksamkeit zu erregen.

Abgrenzung der Halbjungfrau zur keuschen Frau, zur "Jungfrau"

Der Unterschied zwischen einer „Volljungfrau“ oder einer „Jungfrau“ liegt im Sprachgebrauch darin, dass eine Jungfrau nicht übertrieben provozierend auftritt, sondern etwas „Sittsames“ im Verhalten an den Tag legt.

Unterschiede aus heutiger Sicht

Heute versucht man, eine Art „Jungfrauenhierarchie“ aufzubauen. Demnach ist eine Volljungfrau eine Frau, die noch niemals Geschlechtsverkehr irgendwelcher art hatte. Frauen, die bestimmte Praktiken noch nicht ausführten, werden dann mit der Praktik und dem Anhang „Jungfrau“ bezeichnet („Analjungfrau“). Ähnliche Begriffe werden auch für Männer verwendet.

Andere Begriffe fĂĽr die Halbjungfrau, Synonyme

* Zimperliese, Schwanzfopperin (vulgär), Demi Vierge, Demivierge.

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