Computervermittlung

Kurz gefasst - die Definition Im Lexikon

Computervermittlung ist ein Wort aus der Anfangszeit der kommerziellen Nutzung von Computern. Damals (gegen 1980) wurden Computer erstmals in großem Umfang für die Partnervermittlung eingesetzt. Dabei wurden Fragebogen von einem Computerprogramm ausgewertet, um angeblich „passende“ Partner zu finden.

Ausführlich - die Verwendung

Die Idee, Partner per Computer zusammenzuführen, ist schon so alt wie der Computer-Veteran UNIVAC: Diese Maschine hatte Mitte der 1950er Jahre tatsächlich „geschafft“, Paare zusammenzuführen – und zwar keinesfalls „seriös“, sondern in einer TV-Show, die reine Unterhaltung war: „People are Funny“ hat sie geheißen. Die Teilnehmer an der Schau wurden dabei nicht nur von Computer ausgewählt - dieser war eher sensationelles Beiwerk - sondern sie mussten auch „beweisen“, dass sie miteinander harmonierten. Dabei wurden sie fernsehgerecht „vorgeführt“, indem sie sich beispielsweise wie Steinzeitmenschen verhalten mussten. Der schlechte Ruf der Computerpartnervermittlung liegt teilweise in dieser ersten, lächerlichen Kuppelshow begründet. Quelle.

In der Zwischenzeit, also von der Mitte der 1950er Jahre bis zum Beginn der 1970er Jahre waren Computer so teuer, dass eine kommerzielle Partnervermittlung zunächst nicht in Frage kam. Dies änderte sich erst gegen 1980.

Computer hatten zu dieser Zeit noch den Hauch des Ungewöhnlichen und ihnen wurden wahre Wunderdinge zugeschrieben. Daher ist es nicht verwunderlich, dass zahllose Menschen auf Fragebogenaktionen kommerzieller Anbieter hereinfielen, die nur sehr wenige Fragen enthielten und dann angeblich zu einem „passenden“ Partner führen sollten. Davon konnte zumeist wegen mangelnder Professionalität gar nicht die Rede sein. Zudem meldeten sich bei diesen Diensten früher zu viele Männer und zu wenige Frauen an, so dass die „garantierten“ Partnervorschläge zu häufig versandt wurden. Mit anderen Worten: Die wenigen Frauen wurden zahllosen Männern vorgeschlagen.

Erst gegen 2000 gab es verlässliche und halbwegs brauchbare Systeme, mit denen man im Internet seinen Partner suchen konnte. Dabei wurde das Prinzip zwar beibehalten, es wurden aber neue psychologische Testverfahren und völlig veränderte Fragekataloge verwendet. Heute spricht man von Online-Partnervermittlungen, wenn von solchen Diensten die Rede ist.

Kritik damals und heute

Die Kritik an den Programmen beruht im wesentlichen auf drei Argumenten:

1. Computer können die Erfahrung des Vermittlers nicht ersetzen

Das Argument ist stichhaltig, solange man den kleinen Partnervermittler betrachtet, der seine Kunden alle noch selber kennt. Bereits in den 1960er und 1970er Jahren gab es Partnerinstitute in Größenordnungen, in denen dies nicht mehr möglich war.

Gegenüber dem Online-Dating ist das Argument nicht stichhaltig, da man hier einen eindeutigen Vorteil aus dem zusätzlichen Test hat.

2. Computer können leichter betrogen werden als Menschen

Das Argument trifft zu und gilt auch heute noch. Allerdings hat man die Testverfahren inzwischen so verfeinert, dass allzu große Lügen auffallen.

Generell kann man also sagen, dass die Suche vermittels eines Computers in der heutigen zeit immer einen Vorteil darstellt. Neben den Online-Partnervermittlern nutzen selbstverständlich auch Singlebörsen die „elektronische Karteikarte“. Man kann also auch bei ihnen nach passenden Partner suchen. Lediglich der Abgleich von Eigenschaften durch einen Partnertest findet hier nicht statt.

3. Computer zerstören die Romantik

Das Argument ist falsch, weil der Computer selber nicht in den Prozess des Kennenlernens eingreift - auch durch den Partnerübereinstimmungstest nicht. Das „romantische Kennenlernen“ ist alleine Sache der Partner.

Synonyme, Redewendungen und verwandte Begriffe

  • Synonyme: Computer-Partnervermittlung, Online-Partnervermittlung.

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